• Iltis-Frettchen-Mischlinge

  • Wir sind gar nicht so...

Auffangstation / Haltung

Diese Seite soll Aufklären über die Bedürfnisse dieser Tiere die in "normalen" Frettchenhaushalten nur sehr schwer leben können.

Wir können jeden Interessierten nur warnen diese Tiere ohne ausreichenden Information und entsprechenden Haltungsbedingungen bei sich Aufzunehmen.

Der IFM

In seinem Inneren laufen unablässigdie Instinkte des wilden Iltis gegen das domestizierte Wesen des Frettchens.Der Iltis in ihm treibt es weg vom Menschen, er sucht die Deckung, die Autonomie eines selbstbestimmten Lebens. Unterstützt wird dies durch seine körperlichen Anlagen. Der IFM ist kräftiger, intelligenter und geschickter als das Frettchen. Der IFM sucht und braucht die natürliche Umgebung in dem er den Iltis ausleben kann.

Ganz anders das Frettchen in ihm. Dieses sucht die Nähe zum Menschen, ist gegenüber dem Menschen und auch dennatürlichen Feinden des Iltis zutraulicher. Nichts desto trotz ist sein Verhalten dem Menschen gegenüber immer niemals gleich dem des Frettchens. Inder Regel akzeptiert er eine Bezugsperson – Annäherungen von Fremden sind meist entschieden unerwünscht. Auch der IFM, wie das Frettchen, braucht, entgegen der häufigen Behauptung, die soziale Einbindung innerhalbeiner Gruppe von Artgenossen. Ein artgerecht gehaltener und gut sozialisierter IFM kann durchaus mit Frettchen zusammen gehalten werden – die Einschätzung,Sozialisierung, Vergesellschaftung und Haltung von IFM gehört jedoch ganz klar in die Hände von Fachleuten.

Bei jedem einzelnen IFM variieren die jeweiligen Anteil im Wesen. Während das eine Tier stärker in die Richtung des Frettchens geht, geht das andere eher in Richtung des Iltis. Selbst innerhalb eines Wurfes sind hier große Unterschiede festzustellen.

Der IFM kann weder in einer reinen Wohnungshaltunggehalten werden, noch ist er in der Lage, selbständig in der Natur zu überleben– das Frettchen in ihm macht ihn zur leichten Beute für andere Räuber. DasFrettchen in ihm sucht u.U. die Nähe zum Menschen – von dem diese jedoch nichtzwingend gewünscht wird. Zudem haben entlaufene und ausgesetzte Frettchen undIFM das Erbgut der Iltispopulation bereits geschädigt – für ein freies Lebenbraucht es die unverfälschten Instinkte des Iltisses – auch das gefährdet den Iltis. Ein Frettchen oder IFM in der Natur gefährdet also alle – Frettchen, IFM und Iltis.


Wohin denn nun mit den IFM?

Wildtierstationen fördern die Autonomie - das Wesen des Iltis. Sie sind aber eigentlich darauf ausgerichtet,Wildtiere für eine erneute Auswilderung vorzubereiten. Das ist für den IFM keine Option. Abgesehen von sich dadurch ergebenden Platzproblemen – die Gehege werden ja dauerhaft durch die IFM belegt – wird hier nicht das Frettchen im IFM gefördert. Dieser Teil seines Wesens ist aber ebenfalls sehr wichtig. Der IFM sucht eine Bezugsperson – auch wenn sein Umgang mit dieser teilweise rechtruppig erscheint – das liegt in seiner Natur. Der IFM ist bereit, eine Beziehung zum Menschen aufzubauen – keine Kuschelbeziehung – aber Nähe,dosierte Streicheleinheiten, Pflege – Versorgung im Krankheitsfall – all dies ist notwendig und liegt auch im Bedürfnis des IFM. Hierfür braucht es intensiver Zuwendung, Geduld, Respekt und Verständnis für sein Wesen – den Aufbau einer Beziehung.

In Frettchenhilfen wird das Frettchengefördert – der Kontakt zum Menschen. Hier kommt jedoch meist der Iltis nicht zu seinem Recht. In der gängigen Frettchenhaltung hat der Iltis in ihm keine adäquate Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Die verstärkte Lärm- und Aktivitätskulisse überfordern den IFM.

In der Wohnung kommt es zu ausgeprägten Interessenskonflikt zwischen Mensch und IFM – die Bedürfnisse an die Wohnung differieren stark. Die fehlende Rückzugsmöglichkeit, die ständige Präsenz mitten im Leben des Halters zu sein, bedeutet für den IFM einen unzumutbaren Stress. Aggressivität und stressbedingte Erkrankungen sind die Folgen.

In der idealen Welt des IFM gibt es die Möglichkeit, beide Teile seiner Identität auszuleben.

Der Iltis in ihm braucht ein großes,naturnahes, sicheres Außengehege. Da IFM naturbedingt kreativer und auch körperlich Frettchen überlegen sind, ist die Absicherung des Geheges deutlich anspruchsvoller. Der IFM schwimmt oft gerne – eine sichere Badegelegenheit ist daher willkommen. In dieser Welt kann er buddeln, rennen, sich verstecken,baden, Schnecken fressen, mit anderen Frettchen / IFM spielen und balgen. Der Mensch spielt hier eine sehr untergeordnete Rolle. In einer reinen Außenhaltungist die erforderliche, intensive Präsenz des Menschen, der auch das Frettchenfördern will – aber eben nach den Bedürfnissen des IFM, insbesondere auch bei schlechtem Wetter, nur schwer darstellbar.

Das Frettchen in ihm sollte auch die Möglichkeit haben, freiwillig die Nähe zum Menschen suchen zu können – ein freier Zugang in einen separaten Innenbereich ist dazu ideal. Der Mensch muß sich ihm anbieten, ohne sich aufzudrängen. Im Wesen bereits verstörte IFM brauchen z.T. Jahre, um wieder Vertrauen zum Menschen fassen zu können.

Von Natur aus sind die Fähen tendenziell eher vorsichtiger und daher oft noch etwas anspruchsvoller in ihren Anforderungen an ihren Menschen.

Aus meiner langjährigen Erfahrungheraus erachte ich es für unverantwortlich, einem Lebewesen diese innere Zerrissenheit zuzumuten. Wer behauptet, durch IFM das Erbgut des Frettchensverbessern zu wollen, belügt sich selbst und andere. Frettchen müssen in menschlicher Obhut als Haustier artgerecht gehalten und ernährt, liebe- und respektvoll behandelt werden. Eine Zucht beim Frettchen, die eine nachweisliche Verschlechterung des Erbguts, der Lebensqualität und der Lebenserwartung bewirkt – zu Gunsten einer besonders aparten Färbung oder Fellstruktur ist zum Wohle von Tier und Mensch abzulehnen. Die Schaffung eines innerlich zerrissenen Tieres für das es kaum adäquate Lebensbedingungen gibt – und das auch keine Verbesserung des Erbgutes bewirkt, ist aus meiner Sicht Tierquälerei.

Der Iltis gehört nicht ins Haus,Frettchen müssen ihren Bedürfnissen entsprechend liebevoll, fach- und sachgerecht gehalten werden – der IFM befindet sich ständig zwischen diesen beiden Welten und Bedürfnissen – zwischen Mars und Venus – ein Spagat der vielzu oft scheitert und nur Leid bringt.



Anzumerken wäre noch das Iltis-Frettchen-Mischlinge eher stille Zeitgenossen sind und nicht wie einige„Erzähl- Frettchen“ muckernt durch Ihre „Frettchenwelt“ laufen.



IFM & Frettchen